(Juni 2021)

Geschichte erleben: ein Besuch im Holstentormuseum

Anfang Juni traf sich eine Gruppe von Evas Deutschschülern, um ihre Kenntnisse der Geschichte ihrer neuen Heimat zu vertiefen. Hier berichten sie von ihren Erfahrungen:

Maryna:

Nach den Corona-Lockerungen konnten wir endlich wieder einen richtigen Ausflug in ein Museum machen!

Unsere Gruppe war klein, im Museum durften wir auch nur mit 4 Personen in einem Raum sein, aber wir sind aus vielen Ländern: Äthiopien, Deutschland, Iran, Polen, Ukraine.

Wir haben uns im Park am Lindenplatz getroffen und die Entwicklung der Stadt Lübeck wiederholt, wie wir sie schon kennengelernt hatten.

Schon auf unserem Weg vom Lindenplatz zum Museum kann man das dicke, wuchtige, massive Holstentor liegen sehen – das Wahrzeichen von Lübeck. Jeder Tourist weiß, dass das Holstentor in Lübeck steht.

Hossein:

Mir gefällt das Gebäude auch, weil es so stabil ist und schon 500 Jahre dort steht, ohne dass es zerstört wurde.

Und jeder, der das Holstentor von der Seite sieht, erkennt, dass es ziemlich schief ist – es ist  um 1477 auf ganz weichem Untergrund erbaut worden.

Von ehemals 4 Toren gibt es nur noch das Holstentor und das Burgtor. In früheren Zeiten war die Altstadt durch eine Mauer vor Feinden und Fremden geschützt. Aber vor dem Bau des Holstentores im 15. Jahrhundert benutzte man Kanonen und Feuerwaffen, und da reichten die Stadtmauern als Schutz nicht mehr. Und so baute man riesige Wallanlagen mit Bastionen als Schutz. Diese riesige Schutzanlage konnten wir in einem tollen Stadtmodell bewundern.

Wir waren im Holstentor besonders erstaunt über die dicken Mauern in den beiden Türmen – sie sind 3 Meter dick. Das kann man besonders gut in den Schießscharten sehen.

Hiluf:

Die großen Waffen gefielen mir gut. Die müssen sehr schwer sein!

Maryna:

Mir hat der Raum mit den alten Schiffsmodellen gut gefallen. Die Schiffe hingen von der Decke, und wir konnten sie von unten und auf der Galerie von oben sehen. Zwei Schiffe waren besonders groß und schön: die „Hoffnung von Lübeck“, die einem der reichsten Kaufleute gehörte, der mit seiner Schiffsflotte auf Walfang in Grönland ging und mit Wein in Frankreich und Spanien handelte. Das andere große Schiff ist die „Adler von Lübeck“, die für einen Krieg im 16. Jahrhundert gebaut wurde. Das konnten wir besonders schön an den vielen Kanonenluken mit den Kanonenrohren sehen.

Natürlich waren wir auch in dem Raum, der von vielen Besuchern „Folterkammer aus dem Mittelalter“ genannt wird. Dort waren viele Gegenstände ausgestellt, mit denen die Leute früher bestraft wurden.

Hossein sagte etwas sehr Schönes:

„Wenn ich so etwas sehe, muss ich daran denken, wie gut wir es in Deutschland haben, dass wir hier in Frieden und ohne Angst leben können!“ Das bedeutet auch der lateinische Spruch an der Feldseite des Holstentores:

CONCORDIA DOMI FORIS PAX

EINTRACHT DRINNEN, DRAUSSEN FRIEDEN

Wir könnten noch viel über unseren Besuch erzählen, und es gibt dort auch noch viel zu entdecken.

Hiluf: Ich war sehr erstaunt, dass es im Holstentor so viele alte Sachen zu sehen gibt. Und ich fände es gut, wenn man draußen ein paar Plakate aufhängt, die die Leute neugierig machen, was es da alles gibt!

Joanna: Dank Eva konnten wir nicht nur das Museum besichtigen, sondern auch viele spannende Geschichten über das alte Lübeck erfahren.

Dieser Bericht soll nur ein kleiner Eindruck sein!

Joanna, Maryna, Eva, Hiluf, Hossein


(Mai 2021)

Besuch des Museums für Natur und Umwelt

Endlich! Die Museen haben wieder geöffnet und so vertiefte die kleine Wandergruppe der Sonntagsdialoge, die während der Coronamaßnahmen nur im Freien und mit dem nötigen Abstand die Lübecker Umgebung erkunden konnte, mit einem Besuch imMuseum für Natur und Umwelt ihre Kenntnisse über Lübecks engere und weitere, heutige und frühere Lebenswelt.

Das Museum erklärt mit Ausstellungsobjekten aus der Region naturwissenschaftliche Erkenntnisse der Geologie und Biologie. Staunend standen wir vor Massen von Millionen Jahre alten, versteinerten Muscheln und Krebsen und riesigen Wal- und Haiskeletten aus einer Kiesgrube etwa 50km südlich von Lübeck, die früher die Meere in dieser Region bevölkerten. Auch die sehr viel späteren Eiszeiten und ihre Auswirkungen auf die Landschaft und die Tier- und Pflanzenwelt sind mit Funden und Rekonstruktionen anschaulich erläutert und boten uns viel Gesprächsstoff – und neue Wörter für unsere Neubürger*innen.

Wieder in die Gegenwart kamen wir mit dem Ausstellungsbereich zur Wakenitz, wo in vielen Schauvitrinen die Pflanzen und Tiere der Region und der Wandel des Flusslaufs im Laufe der Zeiten dargestellt ist. Manche der Orte haben wir schon erwandert, Tipps zu einigen neuen Ausflügen nahmen wir mit. Zum Schluss hatten wir noch viel Spaß mit einem Quiz über Bienen.

Alle Teilnehmer haben diese Wanderung unter Dach genossen und freuen sich auf weitere Ausflüge mit den SonntagsDialogen, gefördert durch den Integrationsfond der Hansestadt Lübeck.


Tabula Rasa: Ein bewegender Besuch im St.Annen Museum am 26.10.19

 

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