Besuch der Gedenkstätte Ahrensbök

Es ging um ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte: Den Umgang des nationalsozialistischen Regimes mit politischen Gegnern und Zwangsarbeitern in der Zeit des Dritten Reiches von 1933 bis 1945.

Am Samstag, den 10.10.2020, bekam eine Gruppe der SonntagsDialoge beim Besuch der Gedenkstätte Ahrensbök die Möglichkeit, einen anschaulichen Einblick in das ideologische System des Nationalsozialismus zu bekommen. Anhand von Dokumenten in den verschiedenen Ausstellungsräumen sowie Modellen wurde das System der Konzentrationslager erläutert. In einem nachgebauten Klassenzimmer war zu sehen, welchen ideologischen Einfluss das Regime auf die Erziehung der Kinder und das Menschenbild ausgeübt hat. In einem weiteren Raum wurde das System der örtlichen Lagerverwaltung thematisiert. Die Zwangsarbeiter:innen wurden in der Landwirtschaft sowie in zwei Fabriken im Ort eingesetzt. Großen Raum nahm auch der „Todesmarsch“ von etwa 1200 jüdischen Häflingen von Auschwitz bis nach Neustadt an der Lübecker Bucht ein. Nur 200 von ihnen haben diesen überlebt. Zusammen mit anderen ca. 7000 Häftlingen wurden sie auf KZ-Schiffe getrieben, die nach dem Ablegen von der britischen Luftwaffe bombadiert und versenkt wurden, da sie fälschlicherweise als militärische Objekte angesehen wurden. Nur etwa 200 Menschen überlebten diese Katasptrophe.

In anschließenden Gesprächsrunden wurden in kleinen Gruppen Fragen zu den Themen „Schule, Bildung und Arbeit“, „Verfolgung und Flucht“ sowie „Leben in einer Diktatur“ erörtert. Viele der Teilnehmer:innen konnten dabei über eigene Erfahrungen der Unterdrückung und politischen Indokrination in ihrem Heimatland berichten. Dabei wurde deutlich, dass ein gutes Bildungssystem sowie offene Informationswege wichtige Faktoren sind, um die Etablierung eines diktatorischen Systems zu erschweren. Leider ist dies in vielen Ländern der Erde nicht gegeben.

Die Ausstellungsleitung zeigte sich sehr beeindruckt von den guten Deutschkenntnissen unserer Teilnehmer:innen und ihrem großen Interesse an diesen schrecklichen Geschehnissen im Dritten Reich, für die wir Deutsche auch heute noch Verantwortung tragen.

Der Ausflug wurde gefördert durch den Integrationsfond der Hansestadt Lübeck.